
Integrationskurse werden eingeschränkt
Die vielbeschworene Integration von Migranten, die gerade konservative Politikerinnen und Politiker fordern, wird vom Bundesinnenministerium gerade ausgebremst. Zuerst berichtete CORRECTIV Anfang Februar 2026, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seit Dezember 2025 Zulassungen für Integrationskurse für Migranten offenbar auf Eis gelegt hat.
Vorausgegangen war die Kritik des Bundesrats an dem geplanten Rechtskreiswechsel von Flüchtlingen aus der Ukraine vom Bürgergeld in das Asylbewerberleistungsgesetz. Das Gesetz droht zu scheitern, wenn den Ländern dadurch finanzielle Nachteile drohen.
130.000 Betroffene
Nun versucht Innenminister Dobrindt an anderen Stellen Geld zu sparen. Der Kreis derjenigen soll schrumpfen, für die der Staat die Kurse bezahlt. Integrationskurse sollen nur noch für diejenigen zur Verfügung, die dauerhaft in Deutschland bleiben können. 130.000 Menschen könnten nach Schätzung des Volkshochschulverbands betroffen sein.
Anfragen von CORRECTIV beantwortete das Innenministerium zunächst nicht. Nachdem aber mittlerweile auch andere, zum Beispiel die Tagesschau und der SPIEGEL, auf das Thema aufmwerksam wurde, hat das BAMF nun in einem Rundschreiben bestätigt, dass Integrationskurse massiv eingeschränkt werden.
Kritik der Integrationsbeauftragten
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Natalie Pawlik (SPD), kritisierte den Stopp als „gesellschaftspolitisch falsch und für den Arbeitsmarkt fatal“. Denn die Kurse dienen laut offizieller Auskunft des BAMF dazu, „Arbeit zu finden, Anträge ausfüllen oder sich im Alltag verständigen zu können“. Pawlik sagte weiter – mit Blick auf Schutzsuchende aus der Ukraine: „Wer nach Deutschland kommt, soll zügig an Integrations- und Sprachkursen teilnehmen können, viele Menschen aus der Ukraine und der EU wollen genau das.“
Quellen: CORRECTIV, BAMF, Tagesschau, Spiegel, Migazin, Bundesrat
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