
Jedes Zehntel Grad zählt
Bundeskanzler Merz hat die Teilnahme an der UN-Klimakonferenz 2026 in Antalya abgesagt, wegen „anderweitiger Verpflichtungen“. Das war leider zu erwarten. In den vergangenen fünf Jahren hatten die deutschen Bundeskanzlerinnen und Bundeskanzler stets an dem Treffen der Staats- und Regierungschefs im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen teilgenommen. Offensichtlich ist der aktuellen Bundesregierung trotz zigtausender Hitzetoten in diesem Sommer die Gesundheit der Bevölkerung und die Zukunft der Jugend in diesem Land nicht so wichtig. Einige Reaktionen auf die Absage beschreibt die ZEIT am 4. November 2026.
Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung sind besorgt wegen der Folgen der Klimaerwärmung, zum Beispiel Starkregen, Wirbelstürme oder der zurückliegende Hitzesommer. Ehrgeiziger Klimaschutz hätte also eine breite demokratische Grundlage.
Klimaschutz kann gelingen – immer noch
Wie Klimaschutz gelingen kann und die schlimmsten Folgen verhindert werden können ist kein Geheimnis. Lösungen und Technologien sind bekannt, praktikabel und machbar. Verhindert wird dies aber immer noch durch den Einfluss der mächtigen Fossilindustrie und der autokratischen Petrostaaten, sowie durch die hasenfüssige und ignorante Politik unter anderem unserer Bundesregierung.
Klimafakten
Wie jedes Jahr seit 2020 erscheint auch in diesem Jahr wieder das Klimafaktenpapier, herausgegeben
- vom Deutsches Klima-Konsortium,
- der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft,
- dem Deutschen Wetterdienst,
- dem Extremwetterkongress Hamburg,
- von Helmholtz KLIMA und
- klimafakten.de
Es wird am 9. November 2026 hier veröffentlicht.
konkrete Lösungsansätze und Transformationspfade
Während frühere Faktenpapiere den Fokus vor allem auf den Zustand und die Folgen der globalen Erwärmung legten, bündelt das Faktenpapier 2026 den aktuellen wissenschaftlichen Stand zu konkreten Lösungsansätzen und Transformationspfaden.
Kernbotschaften
Die wichtigsten Kernbotschaften des Papiers lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Verfügbarkeit von Lösungen: Es gibt für nahezu alle Sektoren bereits funktionierende, wirtschaftliche und umsetzbare Technologien und Maßnahmen, um den menschengemachten Klimawandel einzudämmen.
- Lebensqualität und Ökonomie: Viele Maßnahmen des Klimaschutzes sind kostengünstig und gehen oft direkt mit einer höheren Lebensqualität einher (z. B. durch bessere Luftqualität in Städten, effizientere Energieinfrastruktur und nachhaltigere Mobilität).
- Notwendigkeit der Umsetzung („Vom Wissen zum Handeln“): Die zentrale Herausforderung liegt nicht mehr im Mangel an Wissen oder Lösungen, sondern in der konsequenten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umsetzung.
- Gesellschaftlicher Rückhalt: Ein Großteil der Bevölkerung unterstützt wirksame Klimaschutzmaßnahmen und ist bereit, Veränderungen mitzutragen.
2,8 Grad bis Ende des Jahrhunderts ?
Der scheidende UN-Generalsekretär sagte bei der Vorstellung des UN-Klimaberichts im Oktober 2026, der eine Erderwärmung um 2,8 Grad bis Ende des Jahrhunderts voraussagt, wenn sich die weltweite Klimapolitik nicht dramatisch und schnellstens ändert: „Die Welt kann es nicht mehr vermeiden, die 1,5-Grad-Grenze zu überschreiten.“ Die Folgen seien schon jetzt verheerend: tödliche Überschwemmungen, brutale Hitzewellen, wütende Waldbrände, der Verlust von Menschenleben, lahmgelegte Volkswirtschaften und sich verschärfende Ungleichheiten. „Diejenigen, die am wenigsten dafür verantwortlich sind, leiden als Erste und am schlimmsten“, so Guterres. Deshalb sei es wichtig, dieses Überschreiten des 1,5-Grad-Limits so gering wie möglich zu halten.
Quellen: Deutsches Klima-Konsortium (DKK), ZEIT, Tagesschau
Abbildung: pixabay.com fridays-for-future-4161573_1280.jpg