11.04.2026

Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege

Der als Unterrichtung durch die Bundesregierung vorliegende Bericht (Bundestag-Drucksache 21/5000) fasst die Tätigkeit und die zentralen Ergebnisse des Kompetenzzentrums Digitalisierung und Pflege (KDP) für das Jahr 2025 zusammen.

Aufbau und Struktur des Kompetenzzentrums

Das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege wurde beim GKV-Spitzenverband angesiedelt und nahm seine Arbeit im Januar 2024 auf. Ziel war es, den gesetzlichen Auftrag (§ 125b SGB XI) umzusetzen: Digitalisierung in der Pflegepraxis zu fördern, um Entlastung, Innovation und bessere Versorgung zu ermöglichen. In den Jahren 2023–2025 stand der Aufbau einer funktionierenden, fachlich anerkannten und praxisnahen Struktur im Mittelpunkt. Ein multiprofessionelles Team mit Expertisen aus Pflege, Digitalisierung und Projektmanagement wurde aufgebaut, unterstützt durch eine Teamleitung. Die Ansiedlung in der Forschungsstelle Pflegeversicherung des GKV-Spitzenverbands ermöglichte den Zugriff auf bestehende Netzwerke und methodische Expertise.

Zusammenarbeit und Beteiligung

Ein zentraler Erfolgsfaktor war die partizipative Ausrichtung: Vertreter:innen aus Pflegepraxis, Wissenschaft, Patientenvertretungen und Kostenträgern wurden frühzeitig eingebunden. Ein Beirat mit über 35 Institutionen tagt dreimal jährlich und unterstützt als Reflexionsforum. Zudem bestand eine enge Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit, der gematik GmbH und Landeskompetenzzentren.

Digitale Basis und Wissensvermittlung

Ein Meilenstein war die Entwicklung einer eigenen Website (gestartet am 30. Juni 2025), die als Schaufenster der Arbeit dient. Sie bietet strukturierte, barrierefreie Informationen zu Themen wie Telematikinfrastruktur, Cyber-Sicherheit, digitale Anwendungen und Finanzierung. Besonders nachgefragt wurden der TI-Ressourcenpool (zur Vorbereitung auf die Telematikinfrastruktur) und eine Übersicht der Fördermöglichkeiten für digitale Investitionen. Bis September 2025 verzeichnete die Website über 5.600 Besuche.

Handlungsempfehlungen und Praxishilfen

Das Kompetenzzentrum analysierte systematisch den Markt, identifizierte Wissenslücken und entwickelte praxisnahe Materialien. Ein Beispiel ist die erste systematische Analyse zur sprachgestützten Pflegedokumentation in Deutschland, die Potenziale und Herausforderungen aufzeigt. Zudem entstanden Handlungsempfehlungen zu Cybersicherheit und digitale Abrechnungsverfahren, um Pflegeeinrichtungen auf die ab 2026 verpflichtende digitalen Abrechnung vorzubereiten.

Dialog mit der Praxis und Öffentlichkeitsarbeit

Regelmäßige Werkstattgespräche, digitale Austauschrunden und Netzwerkveranstaltungen (18 Termine 2025) ermöglichten den direkten Austausch mit der Praxis. Zielgruppenanalysen und Personas halfen, Angebote passgenauer zu gestalten. Die Öffentlichkeitsarbeit umfasste Fachpublikationen, Präsentationen auf Fachtagungen und seit August 2025 einen LinkedIn-Auftritt.

Bilanz und Herausforderungen

Die Aufbauarbeit wurde durch die externe Evaluation des iso-Instituts positiv bewertet. Die bereitgestellten Materialien und Angebote wurden als „echter Mehrwert“ wahrgenommen. Dennoch bleiben Herausforderungen: schnelle technologische Entwicklungen, sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen und die Gewinnung qualifizierten Personals. Das Kompetenzzentrum sieht sich als unverzichtbare Instanz für Wissensbündelung, Transfer und Lotsenfunktion im digitalen Wandel der Pflege.

Zukunftsperspektiven

Für die nächsten Jahre sind der Ausbau der Website, neue Kommunikationsformate (z. B. Podcasts, digitale Fortbildungen) und die Verstetigung der Arbeit geplant. Die externe Evaluation dient als Impuls für die weitere Schärfung des Profils.

Quellen: Bundestag, FOKUS-Sozialrecht, GKV, Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege

Abbildung: AdobeStock_235656439-scaled.jpeg