
Pränataltest im Gesundheitsausschuss
Der Gesundheitsausschuss hat sich am Mittwoch mit dem fraktionsübergreifenden Antrag zugunsten eines Monitorings der Folgen der Kassenzulassung des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) befasst. Der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger, der den Antrag (21/3873) mit initiiert hat, erläuterte den Abgeordneten, worum es aus Sicht der Antragsteller geht. Ein gleichlautender Antrag war bereits in der vergangenen Legislaturperiode eingebracht worden, nach dem Bruch der Ampel-Koalition hatte es im Plenum aber keine Abstimmung mehr darüber gegeben.
Trisomien erkennen
Bei dem Test handele es sich um ein Suchverfahren, mit dem mittels einer Blutprobe der Schwangeren das Risiko für die Trisomien 13, 18 und 21 früh in der Schwangerschaft bestimmt werden könne, heißt es in dem Antrag, der von Abgeordneten der CDU, CSU, SPD, Grünen und Linken unterstützt wird.
Die Antragsteller befürchten, dass der Test unabhängig vom individuellen Risikoprofil so regelmäßig angewendet wird, dass es einer Reihenuntersuchung, vorrangig auf Trisomie 21, gleichkomme. Schwangere verlassen sich den Angaben zufolge nach einem negativen NIPT-Ergebnis vermehrt darauf, dass sie ein gesundes Kind gebären. Infolgedessen verzichteten sie auf das Ersttrimesterscreening. Bei dem Screening könnten hingegen weitere Auffälligkeiten sichtbar gemacht werden.
Monitoring einrichten
Die Abgeordneten fordern in dem Antrag, ein Monitoring zur Umsetzung und zu den Folgen des Beschlusses der Kassenzulassung von nicht invasiven Pränataltests (NIPT) einzurichten, um an belastbare Daten zu kommen. Ferner sollte ein interdisziplinäres Expertengremium eingesetzt werden, das die rechtlichen, ethischen und gesundheitspolitischen Grundlagen der Kassenzulassung des NIPT prüft.
Erste Zahlen zur Inanspruchnahme
Laut einer Untersuchung der BARMER lag die Rate der Inanspruchnahme des NIPT im ersten Halbjahr 2024 bei Frauen bis 25 bei etwa 25%, bei Frauen zwischen
26 und 35 bei 50% und bei den 36- bis 45-Jährigen bei 70%. Pro Schwangerschaft wurden im Durchschnitt 2,5 Beratungen abgerechnet. Die langjährige Abnahme invasiver Pränataldiagnostik wurde bei Einführung der Erstattungsfähigkeit von NIPT durchbrochen. Es kam sogar zu 11% mehr invasiven Untersuchungen pro 1.000 Schwangerschaften.
NIPT wird durchschnittlich bei 482 von 1.000 Schwangerschaften und somit häufig eingesetzt. Die Daten legen nahe, dass die Testspezifität in der Versorgungswirklichkeit schlechter ist als angenommen. Dies könnte auf die steigende Anwendung bei jungen Frauen zurückzuführen sein, deren Pretestwahrscheinlichkeit für ein Kind mit Trisomie niedriger ist.
Quellen: Bundestag, BARMER, FOKUS-Sozialrecht
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